Auftragslage der deutschen Elektro- und Digitalindustrie

ZVEI: weniger Aufträge 1.Q/2024

Information & Kommunikation
13.5.2024
4 Minuten
Im März 2024 verzeichnete die deutsche Elektro- und Digitalindustrie laut ZVEI (Verband der Elektro- und Digitalindustrie) mit minus 17,8 % nochmals deutliche Einbußen beim Auftragseingang. Das ist der höchste Rückgang bei den Bestellungen seit fast vier Jahren.

Die Inlandsorder verfehlten im März 2024 ihren Vorjahreswert um ein Viertel (- 25,7 %). Die Aufträge von ausländischen Geschäftspartnern nahmen um 11,1 % ab. Hier gaben die Bestellungen aus der Eurozone um 10,0 % nach und die von Kunden aus Drittländern um 11,6 %.

1. Quartal 2024 gesamt

Im gesamten ersten Quartal dieses Jahres reduzierten sich die branchenweiten Auftragseingänge damit um 13,5 % gegenüber Vorjahr. Hier war bei den Inlandsorder ein Rückgang um 15,2 % zu verbuchen; die Bestellungen aus dem Ausland gaben um 12,1 % nach. Der Wert der Aufträge aus dem Euroraum lag dabei zwischen Januar und März 10,3 % unter Vorjahr. Aus Drittländern gingen im gleichen Zeitraum 13,1 % weniger Bestellungen ein.

Die preisbereinigte Produktion elektrotechnischer und elektronischer Güter in Deutschland hat ihr Vorjahreslevel im März 2024 um fast ein Fünftel verfehlt (- 19,1 %). „Allerdings hatte der diesjährige März auch ganze drei Arbeitstage weniger als der letztjährige. Zudem war die Produktion vor einem Jahr auch überdurchschnittlich gewachsen, sodass zum Arbeitstageeffekt noch ein Basiseffekt hinzukam“, erklärt ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. Für die zusammengenommenen ersten drei Monate dieses Jahres ergibt sich damit ein Output-Rückgang um 10,8 % gegenüber Vorjahr.

Erheblicher Umsatzrückgang

Die deutsche Elektro- und Digitalindustrie erzielte im März 2024 einen nominalen Umsatz von insgesamt 19,4 Mrd. € – 16,6 % weniger als im gleichen Monat des Vorjahres. Mit inländischen Geschäftspartnern wurden 9,2 Mrd. € erlöst (- 17,2 %) und mit ausländischen 10,2 Mrd. € (- 16,1 %). Die Umsatzeinbußen im Auslandsgeschäft erstreckten sich im März sowohl auf die Eurozone (- 17,4 % auf 3,6 Mrd. €) als auch auf Drittländer (- 15,4 % auf 6,6 Mrd. €).

Im gesamten ersten Quartal 2024 sank der aggregierte Branchenumsatz um 8,9 % gegenüber Vorjahr auf 55,3 Milliarden Euro. Die Erlöse mit inländischen Kunden gaben zwischen Januar und März um 9,6 % auf 26,5 Mrd. € nach; das Geschäft mit Partnern aus dem Ausland ging um 8,3 % auf 28,8 Mrd. € zurück. Schließlich verfehlte der Umsatz mit dem Euroraum (von 10,6 Mrd. €) seinen Vorjahreswert in den ersten drei Monaten um 6,7 %. Das Geschäft mit Ländern außerhalb des gemeinsamen Währungsraums nahm um 9,2 % auf 18,2 Mrd. € ab.

Produktionsbehinderungen

Was gegenwärtige Produktionsbehinderungen anbelangt, so überwiegen nach wie vor nachfrageseitige Hemmnisse: Die Hälfte der Elektrounternehmen berichtete im April über Auftragsmangel. Angebotsseitige Engpässe wie Arbeits- bzw. Fachkräftemangel (bei 24 % der Firmen) und Materialknappheit (bei 22 %) wurden erst danach genannt.

Geschäftsklima der deutschen Elektro- und Digitalindustrie. Quelle: ZVEI

Exporterwartungen positiv

„Das Geschäftsklima in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie ist nach vier Anstiegen in Folge im April 2024 wieder etwas zurückgefallen“, sagte Gontermann. „Sowohl die Lagebeurteilung als auch die nach vorne gerichteten allgemeinen Geschäftserwartungen fielen ungünstiger aus als noch im März. Die Exporterwartungen sind dagegen im April spürbar gestiegen, per Saldo von minus 6 auf plus 3 Prozentpunkte.“

https://www.zvei.org/

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