
Das Unternehmen Heger Energietechnik (heger-energietechnik.de) wurde 1994 als klassischer Elektromeisterbetrieb gegründet. In der Nähe von Aschaffenburg, in Großostheim, befindet sich ein E-Betrieb, der seit 25 Jahren in der PV-Branche dabei ist. Heger Energietechnik hat seinen neuen Unternehmenssitz als Demonstrationsobjekt für die eigene Branche konzipiert. Das 2025 fertiggestellte Gewerbegebäude mit 1.650 m² Fläche verbindet eine Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher, Ladeinfrastruktur und einer direkt elektrischen Heizung.
Auf der Suche nach einer Möglichkeit, das Maximum an PV-Strom für die eigenen Sektoren Haushaltsstrom, Warmwasser, Heizung und E-Mobilität zu nutzen, kam der Geschäftsführer Andreas Heger auf den österreichischen Experten für Photovoltaikwärme my-PV. Das ebenfalls mittelständische Unternehmen aus Oberösterreich stellte schon 2021 das Konzept seines eigenen solarelektrischen Firmengebäudes vor – mit geringen Betriebskosten für alle vier Sektoren. Laut my-PV beliefen sich 2023 die Betriebskosten auf 405 Euro im Jahr.
Der Unternehmenssitz von Heger Energietechnik besitzt eine Flächevon 1.650 m², aufgeteilt auf 5 Ebenen. Hieron sind 1000 m² für Büro, Sozialbereiche und Schulungsräume vorgesehen. Der Rest verteilt sich auf Lagerflächen.
Alle Ebenen wurden mit einer Betonkernaktivierung versehen. Dabei wird eine 30 bis 50 cm starke Betondecke bzw. Bodenplatte als Speicher genutzt. In dieses Betonelementen wurden elektrische Heizmatten von Etherma (Modell BSR) gelegt. Mit diesen Heizmatten steht ein großes Potenzial bereit, den Beton als Speicher zu nutzen – sie geben die Wärme ab und speichern so die Energie für einige Stunden bis Tage.

Für die kurzfristige Erwärmung der Halle war das System aber zu träge. Daher wurden nach den anfänglich 11 geplanten Stück intelligenten Steuergeräten AC Thor s noch 2 nachträglich installiert. Diese steuern 5 Heizstrahler von Etherma für die schnelle Erwärmung der Halle. Im Lager wird bei der Anlieferung das Tor geöffnet und so die Raumluft schnell abgekühlt – eine Bodenheizung allein wäre hier zu träge in der Reaktion. Die Heizmatten sind vorrangig für die Speicherung der PV-Energie im Betonkern vorgesehen und daher träger in der Wärmeweitergabe.

Das Dach und die Fassade des Unternehmens ist mit PV-Modulen bestückt. „Der entscheidende Impuls kam schließlich durch ein Referenzprojektder Firma my-PV, das die elektrische Betonkernaktivierung in Verbindung mit Photovoltaik gezeigt hat. In Kombination mit unserer großflächigen PV-Anlage –insbesondere auch mit Modulen an der Fassade für die Wintermonate – war für mich schnell klar: Das ist unser Weg“, so der Bauherr Andreas Heger.
Insgesamt 158,16 kWp PV-Leistung verteilt sich auf das Dach und die Fassade des Gewerbegebäudes. Die PV-Fassade hat hier eine wichtige Funktion: Da die PV-Energie neben den herkömmlichen Verbrauchern in der Firma auch die Heizung bestmöglich abdecken soll, war es wichtig, die tiefstehende Sonne in den Wintermonaten bzw. während der Heizsaison zu nutzen. Auch wenn der Stromertrag der Fassade übers ganze Jahr gesehen etwas geringer ist, sichert die Fassade einen Großteil der PV-Energie für die Beheizung im Winter.
Eine direktelektrische bzw. solarelektrische Heizungsart spart laut my-PV auf mehreren Ebenen: Zum einen ist sie viel einfacher zu integrieren. Mit handelsüblichen Heizmatten, die wartungsarm in den Beton eingefügt werden, bestehe ein entscheidender Vorteil in der geringen Fehleranfälligkeit. Bei einer Wärmepumpe bspw. könnten viele Bauteiledefekt werden (Verdichter, etc.) und benötigen einen Wartungsaufwand – laut Herstellerangaben jährlich. Heizmatten sind robust und wartungsarm, so my-PV.
Das Firmengebäude von Heger Energietechnik hat neben der 158kWp PV-Anlage noch einen 80-kWh-Gewerbespeicher,der über Dunkelflauten retten kann. Doch wichtiger sei laut my-PV die maximaleAusbeute des eigenen PV-Stroms durch die stufenloseRegelung der einzelnen Komponenten, wie z. B. der Heizung. Die Heizmatten des Herstellers Etherma werden stufenlos geregelt von Photovoltaik Power-Managern, den AC Thor 9s Heizgeräte. Insgesamt 13 solcher PV Power-Manager sorgen für unterschiedlich einstellbareTemperaturzonen und gleichzeitig im Verbund für eine maximale Ausbeute des eigenen überschüssigen Sonnenstroms.
Der PV-Strom vom Dach und in der Fassade wird zuerst für die Anwendungen im Gewerbegebäude bezogen. Darüber hinaus wird der überschüssige PV-Strom in einen Gewerbespeicher geladen. Wenn dieser auch voll ist bzw. noch Überschuss besteht, wird die Heizung aktiviert – sofern nicht gerade Sommer ist. Darüber hinaus wird auch noch die Warmwasserbereitung in Durchlauferhitzern elektrisch bereitet – doch nicht zwingend nur mit PV-Strom.
Für reinen PV-Überschuss, der normalerweise schlecht vergütet ins öffentliche Netz speisen würde, sorgt die Systemoffenheit von my-PV. Durch die Kompatibilität von my-PV und SMA, dessen Komponenten schon als Wechselrichter und Gewerbespeicher im System integriert wurden, mussten keine zusätzliche Messeinrichtungen installiert werden.

Auch die 6 Ladesäulen mit jeweils 11/22 kW Ladeleistung stammen von SMA und sind so im Verbund immer abgestimmt – prioritär soll PV-Strom für die verschiedenen Sektoren herangezogen werden, bei der Ladung der Elektrofahrzeuge wird aber auch Netzstrom bezogen. Ein zusätzlicher 50 kW DC Lader erfolgte im Frühjahr 2026.
An Tagen, in denen zu wenig PV-Strom zur Verfügung steht, wird auch Strom vom öffentlichen Netz bezogen. Vergleicht man laut my-PV die möglichen höheren Kosten eines solarelektrischen Heizungssystems mit dem einer Wärmepumpe, dann würde das solarelektrische System vor allem durch günstigere Investitionskosten punkten – so viel günstiger, dass sich trotzdem viele Winter mit etwas höheren Stromkosten rechnen würden.
Nach dem ersten Winterbetrieb fasst Firmenchef Andreas Heger die Erfahrungen zusammen: „Das Raumklima in unseren Büros ist außergewöhnlich angenehm, die Wärme fühlt sich gleichmäßig und natürlich an. Gleichzeitig überzeugt das System durch seine Schlichtheit und Zuverlässigkeit – keine aufwendigen wassergeführten Systeme, keine unnötigen Wärmeverluste, keine komplexe Technik im Hintergrund.“ Auch wirtschaftlich sei das Konzept überzeugend: geringe Investitionskosten, praktisch keine Wartung und eine maximale Nutzung des eigenen PV-Stroms.
„Für mich ist dieses Gebäude mehr als nur ein Firmensitz – es ist ein echtes Vorzeigeprojekt für die Energiewelt von morgen. Ich würde diesen Weg jederzeit wieder gehen – und kann ihn aus voller Überzeugung empfehlen“


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