
Heartbeat AI ist ein intelligentes Energiemanagementsystem,das vom Cleantech-Unternehmen 1Komma5° entwickelt wurde. Die KI vernetzt dezentrale Energiesysteme – wie Photovoltaikanlagen,Stromspeicher, Wärmepumpen und Wallboxen – miteinander und verbindet diese direkt mit dem Energiemarkt. Jetzt hat das virtuelle Kraftwerk nach Unternehmensangabe seine Kapazität innerhalb eines Jahres von 500 MW auf ein 1GW verdoppelt. Das entspräche der Kapazität eines modernen Atomkraftwerks.
Der Energiesystemanbieter 1Komma5° sieht in der Plattform Heartbeat AI eine Alternative zu fossilen Reservekraftwerken. Überschüssiger Strom aus erneuerbaren Energien könne gezielt gespeichert oder genutzt werden, statt abgeregelt oder exportiert zu werden. Der Grund für die Kapazitätssteigerung sei die weitere Skalierung und Öffnung der Energieintelligenz für Bestandsanlagen und Drittanbieter wie Energieversorger, Hersteller und Installateure. Damit adressiert das Unternehmen allein in Deutschland einen Millionenmarkt bestehender Energiesysteme. In den ersten vier Monaten des Jahres wurden bereits mehr Solaranlagen, Wärmepumpen, Batterien, Klimaanlagen und Wallboxen vernetzt als je zuvor. Bis 2030 will 1Komma5° auf eine systemrelevante steuerbare Leistung von 20 GW anwachsen.
„Damit können wir Strom genau dann nutzen, wenn er im Überfluss vorhanden ist“, erklärt CEO und Mitgründer Philipp Schröder. „Während politisch weiterhin über den Bau neuer Gaskraftwerke als Reserve für Zeiten mit wenig Wind und Sonne diskutiert wird, sehen wir bei 1Komma5° das enorme, bereits vorhandene Potenzial in den Millionen privater Haushalte.“

Neben neu installierten Systemen sollen künftig auch bereits vorhandene Energiesysteme intelligent eingebunden werden. Nach Unternehmensangaben adressiert die Plattform allein in Deutschland mehr als 6 Mio. Bestandsanlagen. Die Zahl der Heartbeat-Abonnements habe sich nach der Öffnung für externe Systeme innerhalb kurzer Zeit verdreifacht. Zuletzt wurde zudem die Kompatibilität mit Kostal-Wechselrichtern angekündigt. Dadurch könnten mehr als 200.000 bestehende Anlagen integriert werden.
1Komma5° positioniert sein Konzept als Beitrag zur Netzstabilität und zur Senkung von Stromkosten. Die flexible Steuerung dezentraler Verbraucher soll helfen, Schwankungen bei Wind- und Solarstrom auszugleichen. CTO Barbara Wittenberg bezeichnet Heartbeat AI als „Betriebssystem für die dezentrale, neue Energiewelt“. Voraussetzung für die Nutzung sei allerdings ein Smart Meter. Das Unternehmen argumentiert zudem, dass negative Strompreise an der Börse – wie z. B. zu Pfingsten - nicht gegen erneuerbare Energien sprächen, sondern auf fehlende Flexibilität und Speicherkapazitäten hinwiesen.
Bis 2030 will das Hamburger Unternehmen die steuerbare Leistung seines virtuellen Kraftwerks auf 20 GW erweitern. Um das Softwaregeschäft rund um Heartbeat AI weiter auszubauen, plant 1Komma5° zwischen 2025 und 2027 Investitionen von über 100 Mio. Euro. Bereits im vergangenen Jahr wurden die ersten 30 Mio. Euro investiert. Die jüngste Expansion nach Australien erschließt nun den mittlerweile fünften Markt für Heartbeat AI.


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