AgNes-Verfahren: Diskussion über Netzentgeltbefreiung für Batteriespeicher

„Vertrauensschutz für Speicher“ – Appell von über 150 Unternehmen

Energie
5.3.2026
4 Minuten
Mehr als 150 Stadtwerke, Investoren, Speicherprojektierer und Verbände fordern von der Bundesnetzagentur „Vertrauensschutz für Speicher“. Die Behörde hatte im Januar 2026 die Netzentgeltbefreiung für Batteriespeicher infrage gestellt. Die vom Stadtwerke-Netzwerk Trianel mitangestoßene Initiative warnt eindringlich vor gravierenden Folgen für den Investitionsstandort Deutschland und das Gelingen der Energiewende.
Großspeicher-Anlage

"Mit dem Plan, alle Speicher mit Netzentgelten - zudem in unbekannter Art und Höhe - zu belasten, wird bei zahlreichen bestehenden, in Realisierung befindlichen und geplanten Projekten nachträglich in die Geschäftsgrundlage eingegriffen", begründet Sven Becker, Sprecher der Geschäftsführung der Trianel GmbH, das konzertierte Vorgehen. "Damit verlieren Investoren die notwendige Planungssicherheit. Die Weiterentwicklung der Netzentgeltsystematik ist ein berechtigtes Anliegen, aber sie darf nicht zur Investitionsbremse für fortgeschrittene Projekte werden. Für Investitionen sind verlässliche Rahmenbedingungen entscheidend. Wenn der Vertrauensschutz fällt, fällt die Investitionsbereitschaft gleich mit."

Um was geht es

In der Erklärung der Initiative heißt es „Dass die BNetzA im Rahmen von AgNes die in § 118 Absatz 6 EnWG geregelte Netzentgeltbefreiung nun in Frage stellt, ist ein Schock für alle im Speicherbereich tätigen Investoren. Die Regelung sieht vor, dass Speicher, die vor dem 4. August 2029 ans Netzgehen, für 20 Jahre von Netzentgelten befreit sind. Darauf hat sich diese Zukunftsbranche verlassen – und genau das steht jetzt auf dem Spiel.“

AgNes-Verfahren in der Kritik

Das Verfahren der Bundesnetzagentur (BNetzA) zur „allgemeinen Netzentgeltsystematik– AgNes –" ist bei Stadtwerken und kleineren Akteuren in der Kritik, weil es den Wettbewerb verzerre. Große Energiekonzerne mit bestehenden Kraftwerksparks seien im Vorteil. Im Januar 2026 veröffentlichte die BNetzA ein Orientierungspapier zum AgNes-Verfahren, in dem die Behörde die Netzentgeltbefreiung für Batteriespeicher grundsätzlich infrage stellt. Darauf hat am 19. Februar 2026 eine erste Initiative eine gemeinsame Erklärung von zehn Speicherprojektierern an den BNetzA-Präsidenten Klaus Müller übermittelt und anschließend breite Unterstützung von Markt-Akteuren  erhalten.

Jetzt ist die Initiative aus der Speicherbranche gegen die AgNes-Pläne stark gewachsen. Unter den Zweitunterzeichnern der Erklärung finden sich große Energieversorger wie Vattenfall, MVV Energie AG, die DEW21 Dortmunder Energie-und Wassersversorgung, die Gasag AG ebenso wie zahlreiche kleine und mittlere Stadtwerke, darunter die Stadtwerke aus Elmshorn, Esslingen und Niesky. Darüber hinaus haben sich weitere Speicher- und Erneuerbare-Energien-Projektierer wie ABO Energy, be.storaged und Enertrag genauso angeschlossen wie mit u. a. GLS Bank und re:cap global investors auch Finanzakteure.

Investoren brauchen Sicherheit – Speicher wichtiger denn je

"Die enorme Resonanz zeigt, wie wichtig dieses Thema ist", ergänzt Sven Becker. "Vertrauensschutz ist ein hohes Gut für einen Industriestandort. Sowohl Unternehmen als auch Finanzinvestoren brauchen Planungssicherheit. Sollte die BNetzA ihr Vorhaben durchziehen, wäre der Schaden für die Energiewende und für den Investitionsstandort Deutschland immens."

Speicher sind ein entscheidendes Bindeglied zwischen volatiler erneuerbarer Erzeugung und dem Stromverbrauch. Sie gleichen die schwankende Erzeugung aus, glätten Preisspitzen und leisten einen elementaren Beitrag zur Versorgungssicherheit sowie zur Systemstabilität im Zuge der Dekarbonisierung. Damit übernehmen sie eine Schlüsselrolle im Energiesystem der Zukunft.

Batterie-Großprojekt von Trianel

Trianel plant gemeinsam mit der Schweizer BKW AG und dem Hamburger Asset Manager für nachhaltige Energieinfrastruktur-Projekte Luxcara einen Batteriespeicher mit 900 MW Leistung und 1.800 MWh Kapazität. Der Investitionsbeschluss von über 500 Mio. Euro ist für das erste Halbjahr 2026 vorgesehen.

Die vollständige Erklärung sowie eine Liste der unterzeichnenden Unternehmen sind hier abrufbar: Gemeinsame Erklärung als PDF herunterladen

Mehr als 150 Stadtwerke, Investoren, Speicherprojektierer und Verbände haben sich zusammengeschlossen und fordern von der BNetzA eine kurzfristige Klarstellung zu den Netzentgelten für Batteriespeicher. Quelle Trianel

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