Studie HTW Berlin

Stromspeicher-Inspektion: Neue Testsieger 2026

Branchen News
19.3.2026
5 Minuten
Insgesamt zwölf Solarstromspeicher traten in der diesjährigen Stromspeicher-Inspektion an. Sechs neue Testsieger erreichen Effizienzklasse A. Die Studie der Hochschule für Technik und Wirtschaft - HTW - Berlin wirft zudem einen Blick auf die Garantiebedingungen und die Speicherung von Netzstrom unter Berücksichtigung dynamischer Stromtarife.
Stromspeicher-Inspektion 2026

Neue Testergebnisse gibt es für Heimspeicher von BYD, Fox ESS, Fronius, Kostal, SAX Powerund SMA, die alle die Effizienzklasse A erreichten. In diesem Jahr bewertete die HTW Berlin die Solarstromspeicher erstmals in Kooperation mit aquu – einer HTW-Ausgründung. Darüber hinaus erläutern die Wissenschaftler, warum die Speicherung von Netzstrom unter Berücksichtigung dynamischer Stromtarife nur mit effizienten Speichersystemen sinnvoll ist und nehmen die Garantiebedingungen der Heimspeicher unter die Lupe.

10-kW-Systeme: SPI-Rekord von 97 Prozent

Der System Performance Index (SPI) macht Solarstromspeicher in den Leistungsklassen 5 und 10 kW vergleichbar. Unter den Speichersystemen mit 10-kW-Hybridwechselrichtern setzte sich der PQ-H3-Ultra-10.0 von Fox ESS mit einem SPI von 97 Prozent durch. Der neue Testsieger sticht vor allem mit sehr hohen mittleren Wirkungsgraden von über 97,6 Prozent und einem geringem Stand-by-Verbrauch von nur 4 Watt hervor.

Ebenfalls die Effizienzklasse A erreichten Speichersysteme von RCT Power, Energy Depot, Fronius sowie Kostal in Kombination mit BYD, deren SPI oberhalb der 95-Prozent-Marke liegt. Das Schlusslicht des Speichervergleichs kann lediglich einen SPI von 89,3 Prozent vorweisen und landete in der Effizienzklasse G. Die Ursache: Hohe Verluste im Batteriespeicher sowie ein Stand-by-Verbrauch von 64 W schmälern die Effizienz des Systems.

Testsieger aus der Stromspeicher-Inspektion 2026: Solarstromspeicher mit Hybridwechselrichter (DC-gekoppelt) und mit Batteriewechselrichter(AC-gekoppelt). Quelle: HTW Berlin

Neue Testsieger in der 5-kW-Klasse

In der kleineren Leistungsklasse bis 5 kW setzte sich das AC-gekoppelte Batteriesystem SAX Power Home Plus, das auf der sogenannten Multi-Level-Technologie beruht, als Spitzenreiter durch. Unter den 5-kW-Geräten mit Hybridwechselrichter konnte SMA mit dem Sunny Boy Smart Energy 5.0 und der Batterie Home Storage 6.5 den höchsten SPI erreichen. Dicht dahinter folgte Kostal mit dem Hybridwechselrichter Plenticore MP G3 M 4.6, der erstmals zusammen mit dem neuen Batteriespeicher BYD Battery-Box HVS+ 7.7 bewertet wurde.

Die effizientesten Heimspeicher in der 5-kW-Klasse kommen von SAX Power, SMA und Kostal in Kombination mit BYD. Quelle: HTW Berlin

Dynamische Stromtarife: Speicherung von Netzstrom nur mit effizienten Speichersystemen sinnvoll

Mit einem dynamischen Stromtarif können Haushalte mit Batteriespeicher von Preisschwankungen an der Strombörse profitieren. Wann und mit welcher Leistung der Batteriespeicher beladen wird, entscheidet ein intelligentes Energiemanagementsystem auf Basis von Energie- und Preisprognosen. Das Ziel: Mit günstigem Netzstrom die Batterie laden und in Hochpreisphasen die elektrischen Verbraucher mit dem zwischengespeicherten Strom versorgen.

„Ob sich für Haushalte mit dynamischen Stromtarifen die Batterieladung mit Netzstrom überhaupt lohnt, hängt maßgeblich von der Höhe der Umwandlungsverluste ab“, erklärt Dr.-Ing. Johannes Weniger, Initiator der Stromspeicher-Inspektion und Gründer von aquu.

Wann sich Batterieladung mit Netzstrom rechnet

Wie gering müssen die Speicherverluste sein, damit sich die Batterieladung mit Netzstrom rechnet? Diese Frage lässt sich laut der Forschenden von der HTW Berlin anhand eines typischen Wintertages beantworten: Bei einem Strompreis von 25 Cent pro kWh nimmt die Batterie nachts Netzstrom auf. In den Abendstunden, wenn der Strom aus dem Netz 35 Cent pro kWh kostet, versorgt die Batterie die Haushaltsgeräte. Die Speicherung von Netzstrom ist in diesem konkreten Fall für den Haushalt allerdings nur vorteilhaft, wenn die Wechselrichter- und Batterieverluste unter 29 Prozent liegen.

Oder anders formuliert: Der Systemwirkungsgrad, der beim Speichern des Netzstroms resultiert, muss höher als 71 Prozent sein. Die Testergebnisse zeigen, dass sich nicht mit allen Batteriesystemen die Speicherung von Netzstrom in Kombination mit dynamischen Stromtarifen lohnt. Die Herausforderung erläutert Nico Orth, Leiter der Stromspeicher-Inspektion an der HTW Berlin,wie folgt: „Die Preisdifferenz zwischen dem Lade- und Entladezeitraum ist häufig nicht groß genug, um die Batteriesystemverluste zu kompensieren.“ Wie hoch die Umwandlungsverluste bei anderen Preiskonstellationen maximal sein dürfen, ist in der Studie ausführlich beschrieben.

Garantiebedingungen: Große Unterschiede im Kleingedruckten

Die Energieeffizienz eines Speichersystems ist wichtig, sollte aber nicht das alleinige Auswahlkriterium beim Speicherkauf sein. Deshalb haben die Berliner Wissenschaftler in diesem Jahr erstmals die Garantiebedingungen von 20 namhaften Herstellern genauer unter die Lupe genommen und zum Teil große Unterschiede festgestellt.

Ein Beispiel: Je nach Speichersystem garantiert der Hersteller, dass die Batteriekapazität innerhalb des Garantiezeitraums nicht unter 60 bis 85 Prozent des Anfangswerts sinkt. Je höher dieser Wert ist, desto vorteilhafter ist das für die Privatpersonen, die den Speicher betreiben.

„Ein Blick in die Garantiebedingungen vor dem Speicherkauf kann unangenehme Überraschungen im Schadensfall vermeiden. Vorteilhafte Garantiebedingungen erkennen Sie unter anderem daran, dass der Hersteller Ihnen keine umfassenden Nachweispflichten auferlegt und dass er im Schadensfall die Kosten für den Austausch übernimmt“, sagt Nico Orth von der HTW Berlin.

Weitere Empfehlungen geben die Autoren derStromspeicher-Inspektion in der 66-seitigen Studie.

Link zur Studie Stromspeicher-Inspektion 2026: solar.htw-berlin.de/inspektion

solar.htw-berlin.de

aquu-research.de

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