Elektrofahrzeug mit integrierten Solarmodulen

Solar-Elektroauto mit positiver Energiebilanz

Energie
14.8.2026
3 Minuten
Mehr als 1.700 Solarzellen auf der Karosserie, Leichtbau und eine intelligente Steuerung. Das Konzeptfahrzeug „Deep Orange 17“ soll an einem typischen Tag im Stadtverkehr mehr Energie erzeugen, als es für die Fahrt benötigt. Die Clemson University aus dem US-Bundesstaat South Carolina hat das Fahrzeug zusammen mit dem Forschungs- und Entwicklungsteam von BMW entwickelt.
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Das Elektro-Coupé in Leichtbauweise setzt auf eine in die Außenhaut integrierte Photovoltaikanlage und soll damit eine positive Energiebilanz erreichen – zumindest über einen typischen Tag mit urbanen Pendelfahrten hinweg. „Deep Orange 17“ zeige, dass energiepositive Mobilitätmöglich ist, so die Forschenden der Universität aus Clemson.

Beim Parken Sonnenenergie einfangen

Im Mittelpunkt des Forschungsprojekt der Studierenden steht ein Ansatz, der die langen Standzeiten von Pkw nutzt: Autos stehen den größten Teil des Tages geparkt und könnten in dieser Zeit Sonnenenergie ernten. DeepOrange 17 soll aber auch während der Fahrt Solarstrom erzeugen. Insgesamt sind laut Clemson University mehr als 1.781 Photovoltaikzellen direkt in die Karosserieflächen integriert.

Quelle: Clemson University/BMW

Solarstrom als Bestandteil des Antriebskonzepts

Die Solartechnik ist in diesem Projekt nicht nur als zusätzliche Funktion vorgesehen. Sie soll kontinuierlich Energie in die Batterie einspeisen und so einen Teil des Verbrauchs im Alltag ausgleichen. In Verbindung mit konsequentem Leichtbau und intelligenten Fahrzeugfunktionen erzeugt das E-Auto im Stadtverkehr unterm Strich mehr Energie, als es beim Fahren verbraucht.

Entscheidend ist dabei die genaue Definition der Nutzung: Die positive Bilanz bezieht sich nicht auf jede denkbare Fahrstrecke oder aufLangstreckenfahrten, sondern auf einen üblichen 24-Stunden-Zyklus im urbanem Pendelverkehr und ausreichenderSonneneinstrahlung. Der Prototyp ist darauf ausgelegt, bei einem typischen Pendelweg von etwa 20 km pro Tag durchgehend Solarenergie aufzunehmen. Überschüssige Energie generiert im Schnitt ca. 50 km zusätzliche Reichweite am Tag.

Studierende entwickeln den Prototyp mit BMW

Deep Orange 17 entstand im Rahmen des Deep-Orange-Programms der Clemson University. Dort entwickeln Masterstudierende gemeinsam mit Industriepartnern komplette, fahrfähige Fahrzeugprototypen. An der aktuellen Ausgabe arbeiteten 25 Studierende mit BMW-Ingenieurinnen und -Ingenieuren zusammen.

Das Programm läuft bereits seit über einem Jahrzehnt am Clemson University International Center for Automotive Research (CU-ICAR) inunmittelbarer Nähe zum BMW-Werk Spartanburg. Zu den früheren Meilensteinen zählt unter anderem Deep Orange 4, ein auf einem BMW X3 basierendes SUV-Pickup-Konzept mit Fokus aufkosteneffiziente Kleinserienfertigung durch Rapid Prototyping.

Quelle: Clemson University/BMW

Deep Orange 17 im Porträt

1.781 integrierteSolarzellen: In Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer ISE wurden die Photovoltaikzellen direkt in die gesamte Außenhaut eingelassen, geschützt durch eine robuste Spezialfolie. Die Zellen liefern selbst bei Teilverschattung Strom.

Radikaler Leichtbau: Daszweitürige Coupé wiegt lediglich 550 kg. Möglich wird dies durch eine Kombination aus Aluminium, Carbon, einem Stahlverbund-Fahrgestell sowie zahlreichen Komponenten aus dem 3D-Drucker.

Bionisches Design: Die aerodynamische, futuristische Form des Wagens wurde von den strömungsgünstigen Eigenschaften des Kofferfischs inspiriert, um denLuftwiderstand zu minimieren, ohne das Innenraumvolumen zu stark einzuschränken.

Der Prototyp Deep Orange 17 soll im Januar 2027 offiziell auf der Technologiemesse CES in Las Vegas ausgestellt werden.

cuicar.com

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