Energiekonzept mit Dünnschicht-Photovoltaik

Klimafreundlich Schlittschuhlaufen dank PV

Energie
26.12.2025
3 Minuten
Wer in Stuttgart Eislaufen möchte, geht in die Eiswelt Stuttgart. Sie ist ganzjährig geöffnet und nutzt seit 2025 durch eine Photovoltaik-Anlage nachhaltigen Ökostrom zum Kühlen der Eisfläche. Zum Einsatz kommen ultraleichte, auf das Flachhallendach geklebte Dünnschicht-PV-Module.
PV auf Flachdach Eiswelt Stuttgart

Die Eiswelt in Stuttgart-Degerloch bietet Sport‐ und Freizeitspaß für Jung und Alt: von Oktober bis März kommen in der Eishalle Eissportfans beim Eislaufen, Eishockey und Eiskunstlauf auf ihre Kosten. Und von Mitte Mai bis August können Inlineskater und Rollschuhfahrer in der Eiswelt ihre Runden drehen. Für das Freizeitvergnügen kommt nachhaltige und modernste Technik zum Einsatz. Beim Bundeswettbewerb „Klimaaktive Kommune 2025“ wurde die Landeshauptstadt Stuttgart für die klimaneutrale Eiswelt ausgezeichnet.

Sonnenkraft trifft Eisfläche

Die Stadtwerke-Tochter Energiedienste der Landeshauptstadt Stuttgart hat 904 ultraleichte und flexible Solarmodule auf dem Dach der Eishalle installiert. Die installierte Nennleistung beträgt 298 kWp. Da das Hallendach nicht das Gewicht einer herkömmlichen PV-Anlage tragen kann, entschied man sich für die innovativen DAS Energy PV-Module, die ohne Unterkonstruktion direkt aufgeklebt werden können und ein Gewicht von nur 3,8 kg/m² aufweisen. Insgesamt beträgt die PV-Anlagenfläche 1.768 m² – eine Fläche, in etwa so groß wie ein Eishockeyfeld.

Die Eiswelt ist außerdem in einen Energieverbund mit der nebenan liegenden Sporthalle Waldau eingebunden. Der überschüssige Strom von der Photovoltaik-Anlage auf der Sporthalle wird von der Eiswelt genutzt. Im Gegenzug liefert die Eiswelt Abwärme an die Sporthalle, die für die Beheizung der Halle und die Warmwasseraufbereitung verwendet wird.

Quelle: Thomas Niedermüller/Stadt Stuttgart

Klimaneutrale Eiswelt Stuttgart

Die PV-Anlage liefert nicht nur Ökostrom, sondern trägt auch zur Ressourcenschonung bei. Mit den erzeugten rund 260.000 kWh pro Jahr kann die Eiswelt ihren Energiebedarf nachhaltig decken. Sollte mal keine Sonne scheinen, versorgt Ökostrom der Stadtwerke Stuttgart die Anlagentechnik der Eiswelt.

Dr. Clemens Maier,Bürgermeister für Sicherheit, Ordnung und Sport, betont: „Die Eiswelt Stuttgart ist nicht nur ein beliebter Treffpunkt für die Eissportfans aus Stuttgart und Umgebung, sondern jetzt auch ein Vorbild für Nachhaltigkeit im Sport. Wir sind stolz darauf, dass die Eiswelt Stuttgart nun klimaneutral ist und wir damit in den Gebäuden des Amts für Sport und Bewegung seit 2012 insgesamt knapp 75 Prozent der CO2-Emissionen einsparen können.“

Als Partner der Energiewende und Spielstättennutzer zeigen zudem die Eishockeyspieler der Stuttgart Rebels, wie nachhaltiger Sportbetrieb in der Stadt erfolgreich umgesetzt werden kann.

Vorreiter für klimafreundliche Sportstätten

Im Mittelpunkt des Energiekonzepts stehen Kältemaschinen, die für die Kühlung der Eisflächen sorgen und dabei große Mengen Abwärme erzeugen. Diese nutzt die Eiswelt vor Ort und deckt damit rund ein Drittel ihres Wärmebedarfs. Auf diese Weise konnte die Stadt Stuttgart die fossile Gasheizung und ein veraltetes Blockheizkraftwerk ersetzen – und spart nun jedes Jahr knapp 250 t CO2 ein. Ein weiteres Merkmal: Die Eiswelt speist überschüssige Wärme in das Netz einer benachbarten Sporthalle ein und profitiert zugleich vom dortigen PV-Überschuss – dadurch entsteht ein Energieverbund, der sowohl ökologische als auch wirtschaftliche Vorteile vereint.

Vier Wärmepumpen mit insgesamt 460 kW Leistung heben das Temperaturniveau je nach Bedarf an und ermöglichen so die Nutzung in allen Netzen. Ergänzt wird das System durch Elektroheizkessel für Spitzenlasten, die mit Strom aus den ultraleichten PV-Folienmodulen auf dem Dach betrieben werden.

ww.stadtwerke-stuttgart.de

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