
Drei Hallen Elektro, zwei Hallen SHK, eine Halle Dach: Vom 13. bis 15. Oktober 2026 war auf dem Berliner Messegelände zu sehen, wie sich die frühere belektro verändert hat. Unter dem Motto #VernetztEuch kamen nach Angaben der Messe Berlin rund 18.600 Besucher zur ersten gedatec. 338 Aussteller aus acht Ländern zeigten ihre Produkte in sechs Hallen. Zum Vergleich: Bei der letzten belektro 2024 waren es 221 Aussteller und rund 15.000 Fachbesucher.
Elektrobereich bleibt das Herz der Messe. Bewährte Formate wie die Werkstattstraße gibt es weiterhin. In Halle 6.2 , in Nähe des Standes der Elektro-Innung Berlin, zog wieder das begehbare E-Haus des ZVEH die Messebesucher an. Dort gab es vernetzte Gebäudetechnik zum Anfassen: von der Energieverteilung über das Energiemanagement bis zur Ladeinfrastruktur. Im Rahmenprogramm gab es Foren zu Elektromobilität, Brandschutz und Digitalisierung, dazu ein eigenes Elektro-Wärme-Forum. Neu auf der gedatec waren eigene Bühnen für SHK und Dachdecker.

Die gedatec ist ein Gemeinschaftsprojekt der Elektro-, SHK-und Dachdeckerinnungen aus Berlin und Brandenburg und der Messe Berlin. Den Kurs für die E-Handwerke hatte CarstenJoschko, Landesinnungsmeister Elektro-Innung Berlin, schon bei derAnkündigung vorgegeben. Moderne Energietechnik sei eine Gemeinschaftsaufgabe:„Hieran arbeitet längst nicht mehr das klassische E-Handwerk allein.“ SHK undDachdecker würden gebraucht, um PV- und Wärmepumpenanlagen gemeinsam mit demE-Handwerk ans Netz zu bringen und über ein Energiemanagementsystem netzverträglich zu steuern.

Das neue Messekonzept kam bei den Austellern überwiegend gut an. „Ich finde es gut, dass die Messe neue Wege geht und gewerkeübergreifend aufgestellt ist“, sagte Andre Alex,Verkaufsleiter Nord/Ost bei Legrand. HolgerZappe von Theben betonte den regionalen Wert: „Für uns ist die gedatec wichtig, um unsere Kunden in der Region zu erreichen.“ Markus Meinel, Vertrieb Außendienst beim Dachspezialist Otto Lehmann: „Wir hatten gute Kontakte zu Besuchern aus dem Elektro- und Bedachungshandel.Viele qualifizierte Gäste waren bei uns am Stand, besonders der zweite und dritte Tag war stark. Da wir auch Produkte für Photovoltaik haben, funktioniertdas gewerkeübergreifende Konzept für uns sehr gut.“ An den Messetagen war von Ausstellern aller drei Gewerke immer wieder zu hören, dass sie eine eigene,gewerkeübergreifende Messe für die Hauptstadtregion begrüßen.
Mit dabei als Messegäste waren viele Jugendliche. Über 4.000 Auszubildende aus Berlin und Brandenburg probierten an Mitmachstationen Montagetechniken aus. Dazu kamen ganze Klassen, etwa vom Oberstufenzentrum Oder-Spree mit angehenden Elektronikern und Anlagenmechanikern SHK. Spelsberg lobte das „große Interesse junger Auszubildender“. Für eine Branche, der die Fachkräfte fehlen, ist das ein gutes Zeichen.

Wie wörtlich die Messe ihr Motto nahm, zeigte das Treffen #FrauenVernetztEuch in der Lounge in Halle 1.2. Frauen-Initiativen aus allen drei Gewerken kamen dort zusammen, darunter die ElektroHeldinnen und Women in KNX, aber auch die Dachdeckermädelz und der Stammtisch Frauen im Handwerk der Innung SHK Berlin. Zum Abschluss gab es einen gemeinsamen Rundgang durch das E-Haus.
Die Premiere ist gelungen, die eigentliche Prüfung kommt aber erst. Die gedatec muss nicht zu „der“ Elektro-Ostmesse werden. Realistischer ist, dass sie sich als Leitmesse für Berlin und Brandenburg etabliert, als Messe des Handwerks neben der industriegeprägten efa.ON Leipzig. Entscheidend wird sein, ob Elektro- und SHK-Hersteller 2028 wiederkommen. Die nächste gedatec findet vom 24. bis 26. Oktober 2028 statt, dann zwei Wochen nach der Chillventa.


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