ZVEH-Herbstkonjunkturumfrage 2026

E-Handwerk: Privatkunden sorgen für leichten Aufschwung

Branchen News
15.10.2026
2,5 Minuten
Nach einer längeren Durststrecke sieht es im E-Handwerk wieder etwas besser aus. Laut der Herbstkonjunkturumfrage des ZVEH haben die Betriebe wieder mehr Aufträge, sie bewerten ihre Geschäftslage besser und der Geschäftsklimaindex steigt. Der Aufschwung kommt vor allem von Privatkunden, die verstärkt in Elektroautos und Wärmepumpen investieren.
ZVEH-Herbtkonjunkturumfrage 2026

Trotz des leichten Aufwärtstrends spricht der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) noch nicht von einer Trendwende. An der Herbstkonjunkturumfrage haben 1.586 E-Betriebe teilgenommen. Im Frühjahr war der Geschäftsklimaindex auf einen Tiefststand von 65,6 Punkten gefallen. Jetzt liegt er bei 68,2 Punkten und damit fast wieder auf dem Niveau vom Herbst 2025 (68,8 Punkte). Damit zeigt sich nach Angaben des Verbands erneut ein saisonaler Effekt: Im Frühjahr sinkt der Index, im Herbst steigt er wieder.

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Mehr Aufträge dank Wärmepumpe und E-Auto

Die Betriebe haben wieder mehr Auftragspolster. Bei 45 % reichen die Aufträge für mehr als zwei Monate, im Frühjahr waren es 42 %. Weniger als einen Monat Vorlauf haben nur noch 31 % der Unternehmen, zuvor waren es 35 %.

„Die Ergebnisse zeigen, dass die Erholung primär auf das Privatkundengeschäft zurückzuführen ist“, erklärt ZVEH-Hauptgeschäftsführer Alexander Neuhäuser. So gaben 29,3 % der befragten Betriebe ein Wachstum und nur 23,7 % einen Rückgang bei den Aufträgen von Privatkunden an. Deren Anteil am Gesamtumsatz in den Elektrohandwerken stieg in der Folge von 38,8 % im Frühjahr2026 auf nun 40,7 % an. Der ZVEH geht davon aus, dass infolge der mit dem Iran-Krieges verbundenen Energiekrise viele Haushalte verstärkt in Zukunftstechnologien wie Elektroautos und Wärmepumpen investiert haben.

Überblick über Entwicklung dreier wichtiger Konjunkturindikatoren. Quelle: ZVEH

ZVEH-Kritik an Energiepolitik reißt nicht ab

Bei den Erwartungen für die kommenden Monate ist das Bild gemischt. 20,8 % der E-Betriebe rechnen mit einer Verbesserung, 23,1 % mit einer Verschlechterung. „Es ist noch zu früh, um von einer Trendwende zu sprechen“, sagt Alexander Neuhäuser.

Er kritisiert, der Energiewendepolitik der Bundesregierung fehle es an Zukunftsfestigkeit und klaren Wachstumsimpulsen. Die geplante EEG-Novelle und das Netzpaket bezeichnet er als hochproblematisch. Zudem hätte die Regierung aus seiner Sicht statt eines Tankrabatts besser die Stromsteuer senken sollen, wie im Koalitionsvertrag versprochen.

Weniger offene Stellen

Beim Anteil der Betriebe, die angaben, offene Stellen zu haben, ist die Zahl gegenüber dem Frühjahr 2026 jedoch weiterhin rückläufig (Frühjahr: 2026: 46 % / Herbst 2026: 43,5 %). Der Anteil der Betriebe mit offenen Stellen liegt damit seit Herbst 2025 konstant unter der 50-Prozent-Marke. Eine Erklärung könnte sein, dass die E-Unternehmen aufgrund der weiterhin volatilen gesamtwirtschaftlichen Lage zögerlicher bei der Stellenausschreibung sind. Möglich ist aber auch, dass aufgrund der verbesserten Bewerberlage schlichtweg mehr offene Stellen besetzt werden konnten.

Erwartete Entwicklung der Geschäftslage in sechs Monaten – Saldo aus Verbesserung und Verschlechterung. Quelle: ZVEH

Bundesregierung muss liefern

„Wir sehen, dass ein gewisser Pessimismus hinsichtlich der Geschäftssituation bleibt“, so Neuhäuser: „Umso wichtiger ist es, dass die Regierung die versprochenen Reformen nun schnell auf den Weg bringt, damit sich die leichte wirtschaftliche Erholung der vergangenen Monate fortsetzen kann.“

www.zveh.de

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