
64 Prozent der Umfrage-Teilnehmer fänden es grundsätzlich praktisch, ein E-Auto als Stromspeicher zu nutzen. Und 55 Prozent sagen, ein E-Auto wäre für sie attraktiver, wenn sie es auch als Stromspeicher einsetzen könnten. „Bidirektionales Laden macht E-Autos zu mobilen Stromspeichern. Das erhöht Autonomie und Schutz von Privathaushalten bei hybriden Angriffen auf Stromnetze und kann zudem die Netzstabilität im Regelbetrieb erhöhen“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.
Beim bidirektionalen Laden kann ein Elektroauto Strom nicht nur aufnehmen, sondern wie ein großer Stromspeicher auf Rädern auch wieder abgeben, zum Beispiel bei passender technischer Ausstattung ins eigene Haus oder künftig auch ins Stromnetz. So könnte ein E-Auto etwa Solarstrom vom eigenen Dach zwischenspeichern und abends im Haushalt nutzbar machen. Auch bei einem Stromausfall würde die Batterie eines geeigneten E-Autos helfen, den Haushalt weiter mit Energie zu versorgen. Bekannt ist das Thema bislang aber erst etwa der Hälfte der Haushalte: 46 Prozent haben zum Zeitpunkt der Umfrage schon einmal von bidirektionalem Laden gehört, 45 Prozent noch nicht.
Auch mit Blick auf die Energiewende sehen viele Haushalte Potenzial. 52 Prozent sagen, die Nutzung von E-Autos als Stromspeicher könne einen Beitrag zu einer sicheren Energieversorgung leisten. 44 Prozent sind der Ansicht, die Politik sollte die Nutzungvon E-Autos als Stromspeicher stärker fördern.
„Deutschland braucht mehr Flexibilität im Stromsystem. Millionen E-Autos können dabei künftig eine wichtige Rolle spielen: Sie speichern Strom, wenn viel erneuerbare Energie verfügbar ist und geben ihn bei Bedarf wieder ab“, sagt Rohleder.
Dafür brauche es jetzt passende regulatorische Rahmenbedingungen, eine schnellere Digitalisierung des Energiesystems z. B. durch mehr intelligente Messsysteme und einfache Angebote für Verbraucherinnen und Verbraucher, so der Bitkom-Hauptgeschäftsführer.
Aus Bitkom-Sicht sollte bidirektionales Laden schneller aus Pilotprojekten und ersten Marktangeboten in die breite, praktische Nutzung kommen. Zugleich müssen die Angebote für Verbraucherinnen und Verbraucher einfach verständlich und im Alltag nutzbar sein.
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