Studie zu Vehicle-to-Home

E-Auto als Stromspeicher: Drei Viertel der Käufer würden sich bei Stromausfall sicherer fühlen

Energie
20.8.2026
3 Minuten
E-Auto können nicht nur laden, sondern den gespeicherten Strom bei Bedarf auch im Haushalt nutzen: Dieses sogenannte bidirektionale Laden stößt auf großes Interesse in deutschen Haushalten. Das zeigt eine repräsentativen Befragung unter 1.002 Haushalten in Deutschland im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. 77 Prozent der Befragten würden sich sicherer fühlen, wenn sie ihr E-Auto bei einem Stromausfall als Stromspeicher nutzen könnten.
E-Auto BMW mit Anbindung HEMS

64 Prozent der Umfrage-Teilnehmer fänden es grundsätzlich praktisch, ein E-Auto als Stromspeicher zu nutzen. Und 55 Prozent sagen, ein E-Auto wäre für sie attraktiver, wenn sie es auch als Stromspeicher einsetzen könnten. „Bidirektionales Laden macht E-Autos zu mobilen Stromspeichern. Das erhöht Autonomie und Schutz von Privathaushalten bei hybriden Angriffen auf Stromnetze und kann zudem die Netzstabilität im Regelbetrieb erhöhen“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.

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Das E-Auto im Stromnetz

Beim bidirektionalen Laden kann ein Elektroauto Strom nicht nur aufnehmen, sondern wie ein großer Stromspeicher auf Rädern auch wieder abgeben, zum Beispiel bei passender technischer Ausstattung ins eigene Haus oder künftig auch ins Stromnetz. So könnte ein E-Auto etwa Solarstrom vom eigenen Dach zwischenspeichern und abends im Haushalt nutzbar machen. Auch bei einem Stromausfall würde die Batterie eines geeigneten E-Autos helfen, den Haushalt weiter mit Energie zu versorgen. Bekannt ist das Thema bislang aber erst etwa der Hälfte der Haushalte: 46 Prozent haben zum Zeitpunkt der Umfrage schon einmal von bidirektionalem Laden gehört, 45 Prozent noch nicht.  

Beitrag zur sicheren Stromversorgung

Auch mit Blick auf die Energiewende sehen viele Haushalte Potenzial. 52 Prozent sagen, die Nutzung von E-Autos als Stromspeicher könne einen Beitrag zu einer sicheren Energieversorgung leisten. 44 Prozent sind der Ansicht, die Politik sollte die Nutzungvon E-Autos als Stromspeicher stärker fördern.

„Deutschland braucht mehr Flexibilität im Stromsystem. Millionen E-Autos können dabei künftig eine wichtige Rolle spielen: Sie speichern Strom, wenn viel erneuerbare Energie verfügbar ist und geben ihn bei Bedarf wieder ab“, sagt Rohleder.

Dafür brauche es jetzt passende regulatorische Rahmenbedingungen, eine schnellere Digitalisierung des Energiesystems z. B. durch mehr intelligente Messsysteme und einfache Angebote für Verbraucherinnen und Verbraucher, so der Bitkom-Hauptgeschäftsführer.

Bidirektionales Laden muss bekannter werden

Aus Bitkom-Sicht sollte bidirektionales Laden schneller aus Pilotprojekten und ersten Marktangeboten in die breite, praktische Nutzung kommen. Zugleich müssen die Angebote für Verbraucherinnen und Verbraucher einfach verständlich und im Alltag nutzbar sein.

Mehr zur Umfrage bei Bitkom-Research

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